Wir schöpfen selbst Papier in einer Papiermühle

Im Rahmen der Fachausbildung „Faserstoffe“ sind wir im Juli 2022 in eine Papiermühle gefahren. Unweit von Augsburg im Markt Thierhaupten wird eine ehemalige Mühle als Museum betrieben. In ihr finden sich Exponate von Korn- und Öl-Mühlen sowie einer eigenen Rekonstruktion einer Papiermühle.

Frau Drachsler-Prassler gab uns Einblick in die historische Entwicklung der Papierherstellung, den Ansiedlungen von Klostern und Mühlen und nahm uns auf eine spannende Zeitreise mit. Sehr interessant war es dann „Fachinhalte aus dem Unterricht“ im Museumvortrag wieder zu erkennen, jetzt aber endlich mit realen Bildern und Erfahrungen gekoppelt. Im Unterricht konnten Maschinen und Vorgänge ja nur beschrieben und max. durch Medien bebildert werden.

Hier im Museum gab endlich echte Bütte, aus der wir mit verschiedenen Rahmen die Pulpe aus dem Wasser schöpften. Auf feuchten Filzlappen wurde dann der Faserbrei abgegautscht und anschließend gepresst. Das Papier wurde früher zum Trocknen aufgehängt. Wird durften es ganz neuzeitlich „trocken-bügeln“. Die gesamte Gruppe befand sich innerhalb weniger Minuten in einem wahren Papierrausch. Der Nachmittag war „sinnlich“ und schön. Es gab auch lustige Informationen. Z. B. lernten wir, das Sieb kopfüber an die Wasseroberfläche zu halten, wenn das Schöpfergebnis nicht gut war. Diese Korrektur nannte der „Papyrer“ früher „abküssen“.  Wir waren uns schnell einig, dass Exkursionen dieser Art dazu beitragen, Tradition, Geschichte und Handwerk nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Zugleich wurde deutlich, dass unsere Absolventen einst auch mit ihren eigenen Schülern Aktionen dieser Art  realisieren sollten; auch um Hand-Werk als Wert zu erleben.

Wer mehr dazu wissen möchte: https://www.klostermuehlenmuseum.de/

Und hier noch ein paar Bilder von dem schaffensreichen Nachmittag.

 

 

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