"Ihr wollt die Welt beherrschen, jetzt macht was draus!" Rezension der Verfilmung des Märchens von Wilhelm Hauff durch Johannes Naber.

 

Das kalte Herz – 189 Jahre  dasselbe Problem

 


„Ihr wolltet die Welt beherrschen, jetzt macht was draus“ sind die letzten Worte, die das Glasmännchen an uns richtet.
Johannes Naber interpretiert „Das kalte Herz“ neu. Er nimmt Hauffs Märchen, arbeitet die Kernaussagen heraus, unterstützt sie mit großartigen Bildern und fügt Kleinigkeiten hinzu. Das macht den Film nie überladen, sondern stellt nur klarer heraus, was uns Hauff eigentlich vor 189 Jahren sagen wollte.
Der Köhler Peter Munk lebt mit Mutter und Vater in ärmlichen Verhältnissen. Ohne Aussicht auf eine Besserung der Lage bittet er das Glasmännchen um die Erfüllung von drei Wünschen, die ihn vorerst Reichtum und der Frau seiner Träume näher bringen. Als dadurch die Probleme noch größer werden, tauscht er sein Herz beim Holländermichel gegen einen Stein ein. Das beraubt ihn zwar all seiner Gefühle, macht ihn aber zum eiskalten und erfolgreichen Holzhändler. Doch Peter muss feststellen, dass man ohne Herz weder lieben noch geliebt werden kann.
Wenn Johannes Naber Kapitalismuskritik und Umweltschutz in eine wunderschöne Geschichte verpackt, dann ist das meistens fantastisch, oft wunderschön und manchmal ziemlich grausam. Er hat nicht nur Peter mit Frederick Lau und den Holländermichel mit Moritz Bleibtreu genial besetzt. Beeindruckend war auch Milan Peschel als Glasmännchen, mit Gänsehautstimme und klasse Moralaposteltexten.
Das Märchen spielt in der Zeit der Romantik im Schwarzwald. Wenn man sich zwei Stunden lang faszinieren und verzaubern lassen will, um am Ende zu verstehen, was seit zweihundert Jahren das Problem der Menschheit ist, kann ich nur eine Empfehlung aussprechen: Schaut euch „Das kalte Herz“ an.!

Der Film läuft im Thalia Kino am Obstmarkt.

Erfolg ohne Leistungsbereitschaft, sich Anerkennung und  Liebe durch Reichtum erkaufen? Davon träumen auch heute noch viele...
Und übersehen dabei, dass
es, wo Licht ist, immer auch Schatten geben muss.

 

Der Schatten


Ich will,
Will dich,
Das und alles.

Ich will,
Will viel mehr,
Will keine Grenzen.

Ich will die Welt,
Ohne leben zu müssen.
Will leben,
Ohne zu erfahren.
Erfahren,
Ohne zu leiden.

Kein Flug
Ohne Flügelschlag.
Keine Blütenpracht
Ohne  welke Blätter.
Kein Sonnenstrahl
Ohne dunkle Schattenfelder.
 
Du musst kämpfen, um dein Leben zu leben.


Der Poet

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