Wildkräuter - der neue heimische Superfoodtrend!

 

 

Unbenannt-Scannen-01

Gänseblümchen, Löwenzahn, Giersch, Kriechender Günsel, Gundermann, Waldmeister – so manches Unkraut, das im Vorgarten leidenschaftlich bekämpft wird, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als gesunde Vitaminbombe. Superfood, ganz umsonst, vor der eigenen Haustür!

 

Und hier gleich zwei leckere Rezepte, die garantiert jede Frühjahrsmüdigkeit vertreiben:

 

Wildkräuterquark

1 Becher Mager- oder Sahnequark

Kräutersalz, Pfeffer

Wildkräuter, feingehackt

(Gundermann, junge Löwenzahnblätter, feine Gänseblümchenblätter, Bärlauch…)

Der Quark wird mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit den fein gehackten Kräutern vermengt. Zum Schluss mit einigen der Blüten bestreuen – sieht zauberhaft aus!

Vorsicht:
Bärlauch wird beim Sammeln im Wald immer wieder mit giftigen Pflanzen wie Herbstzeitlosen, Maiglöckchen, geflecktem Aronstab, vielblütigem Weißwurz oder Salomonssiegel verwechselt. Erkennungszeichen für Bärlauch ist der Knoblauchgeruch beim Zerreiben der Pflanze. Im Zweifelsfall lieber im Supermarkt kaufen!

 

Spargelpesto mit Wildkräutern aus dem Vorgarten

Zutaten
500 g grüner oder weißer Spargel
Zucker und Salz für das Kochwasser
1 Bund Wildkräuter (Giersch, kriechender Günsel, junge Löwenzahnblätter, Gänseblümchenblätter)
1 Bund Basilikum
1 Knoblauchzehe
100 g gem. Mandeln
100 g Parmesan
Saft einer halben Zitrone
ca. 150 ml Olivenöl
Pfeffer nach Geschmack
30 g Pinienkerne

Zubereitung
Den Spargel waschen und die holzigen Enden abschneiden oder das holzige Stück einfach abbrechen. Schälen, grob in Stücke schneiden. In einem Topf Wasser zum Kochen bringen und mit Salz und Zucker würzen. Den Spargel ca. 10 Minuten kochen und abtropfen lassen. Alle Zutaten, bis auf den Käse, in einen Kompaktzerkleinerer geben und fein pürieren. Den frisch geriebenen Parmesan  unterrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Pasta nach Packungsanweisung kochen und mit dem Pesto verrühren. Die Pinienkerne in einer Pfanne anrösten, bis sie leicht gebräunt sind. Pasta in tiefen Tellern anrichten, mit den Pinienkernen und evtl. mit etwas Parmesan und bestreuen.

TIPP:
Grüner Spargel muss nicht geschält werden!
Beim weißen Spargel kann man für dieses Rezept auch günstigen Spargelbruch nehmen.

Spargel hat ernährungsphysiologisch einiges zu bieten: Der botanische Name Asparagus officinalis (lat. = Arznei) deutet schon darauf hin: Chinesen, Römer und Griechen verschrieben ihn als Arznei gegen allerlei gesundheitliche Unpässlichkeiten.
In einer Portion (500 Gramm) stecken nur 85 Kilokalorien, aber 7,5 Gramm Ballaststoffe. Eine Portion kann den täglichen Bedarf an Vitamin C und Folsäure zu über 100 Prozent decken, an Vitamin E zu 90 und an den Vitaminen B1 und B2 immerhin zu etwa 50 Prozent. Zudem besticht Spargel durch seinen Gehalt an Kalium, Kalzium und Eisen. Nicht zu vergessen Asparaginsäure, Kaliumsalze und ätherische Öle, die gemeinsam die Nierentätigkeit fördern und zu einer erhöhten Wasserausscheidung beitragen.
Neuere Studien weisen außerdem darauf hin, dass der Spargel bioaktive Substanzen enthält, die sich hemmend auf Krebs erregende Stoffe auswirken. Dazu zählen Saponine, aber auch die Farbstoffe des grünen und violetten Spargels.

 

Maibowle alkoholfrei

Einige Stängel  Waldmeister (am besten leicht angewelkt)

Saft von 2 Zitronen

600 ml Apfelsaft

400 ml Mineralwasser

Den Waldmeister mit dem Kopf nach unten ca. 20-30 Minuten in der Bowle ziehen lassen. Die Stiele sollten die Bowle dabei nicht berühren.

 

Maibowle nicht alkoholfrei

1 Bund Waldmeister

1 Flasche trockner Weißwein

500ml Mineralwasser

1 Bioorange in Scheiben

250 gr Erdbeeren fein geschnitten

1 Flasche Sekt

Den Waldmeister über Nacht welken lassen. Die Hälfte des Weines über die Orangenscheiben gießen, und den Waldmeister mit dem Kopf nach unten ca. 20-30 Minuten in der Bowle ziehen lassen. Die Stiele sollten die Bowle dabei nicht berühren. Den Waldmeister entfernen und mit dem restlichen Wein, Mineralwasser und Sekt auffüllen. Erdbeeren in die Bowle geben.

Vorsicht – extrem süffig! Kann „magische Wirkung“ entfalten!

 

Waldmeister Zauber

Im Mai ist der Waldmeister jung und frisch in den Wäldern und im Garten zu finden. Viele kennen ihn in der Maibowle, als kleines angewelktes Sträußchen.
In der Mythologie ist der Waldmeister stark mit den verschiedensten Göttern verbunden. Er wird dem Mars, aber auch der Venus zugeordnet, ist den Waldelfen geweiht und war früher unter den  Namen "Walpurgiskraut oder Waldelfenkraut" bekannt. In der Magie verwendet man ihn für Heiratszauber, Liebe, Schutz und Geldzauber.
Ein Stängel des Krautes im Geldbeutel soll das ausgegebene Geld zurückholen.
Bei den Kelten wurde ein Waldmeistertrank als Hochzeitstrank gereicht.
Um eine Beziehung zu verbessern, befüllte  man früher ein Leinensäckchen mit getrocknetem Waldmeisterkraut und schob es dem Partner unter die Matratze, um die Harmonie in der Beziehung zu verbessern und Leidenschaft zu entfachen.

 

Hollerküchle

Ein traditionelles Rezept aus der schwäbischen Landküche, unendlich lecker, hübsch anzusehen und endlich mal süßes Superfood!

Zutaten für 6 Portionen

  • 12 Holunderblütendolden
  • 200 g Mehl
  • Prise Salz
  • 250 ml Weißwein  
  • 1 EL Zucker
  • 2 Eier, getrennt
  • Butterschmalz zum Ausbacken
  • Puderzucker zum Bestäuben

 

Zubereitung 

  1. Holunderdolden abwaschen und vorsichtig mit Küchenkrepp trockentupfen.
  2. Mehl mit Salz sieben. Mit Wein zu einem glatten Teig rühren. Zucker und Eigelb untermischen und cremig schlagen.
  3. Eiweiß zu steifem Schnee schlagen und unterheben.
  4. Butterschmalz in einem Topf erhitzen.
  5. Jede Dolde einzeln in Teig tauchen, etwas abtropfen lassen und im heißen Fett ca. 2 Minuten goldgelb ausbacken und dabei einmal wenden.
  6. Mit einem Schaumlöffel aus dem Fett nehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Mit allen Dolden so verfahren. Gebackene Hollerküchle mit Puderzucker bestäuben und ganz frisch servieren.


Text: Al Smek

 

Wir verwenden Cookies!

Wir benutzen Session-Cookies. Wenn Sie auf "Ich akzeptiere" klicken, wird ein Cookie gesetzt, um diesen Hinweis nicht wieder anzuzeigen. mehr erfahren ...

Ich akzeptiere!