...über den Ritt auf dem Blocksberg bis zum Tanz in den Mai. Maibräuche und ihre Wurzeln. Vor allem in ländlichen Regionen wird der erste Mai mit zahlreichen Bräuchen begrüßt: ...

 

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Ein geschmückter Maibaum wird in der Ortsmitte aufgestellt, natürlich gebührend gefeiert von der gesamten Gemeinschaft, die sich hier zum Dorffest trifft. Es wird gegessen, getrunken und ausgelassen in den Mai getanzt, am besten im Freien, wenn es das Frühlingswetter zulässt. In vielen Orten, vor allem in Schwaben, gibt es den Brauch des Maiele-Stellens: Um ihre  Zuneigung zu beweisen, stellen junge Männer in der Nacht zum 1. Mai vor dem Haus ihrer Liebsten eine mit bunten Bändern geschmückte Birke auf, an der eine Tafel, meist in Herzform, angebracht ist.

In der Stadt ist von diesen Bräuchen zumeist nur noch die Freinacht geblieben, in der Jugendliche umherziehen, Autos mit Toilettenpapier einwickeln oder mit Rasierschaum besprühen und andere mehr oder weniger gelungene Streiche spielen.

Woher kommt es, dass die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai offensichtlich anderen Gesetzen unterliegt, dass hier Schabernack getrieben werden darf und an vielen Orten so ausgelassen geflirtet und gefeiert wird ?
Die Wurzeln liegen in der keltischen Kultur, die vor allem in Irland noch immer lebendig ist, die aber auch unsere Heimat einst prägte. An Beltane wurde die Vereinigung von weiblicher und männlicher Kraft gefeiert, die Vereinigung der Erde mit der Sonne, der Göttin mit dem Gott - alles mit dem Ziel, nach dem Winter neue Fruchtbarkeit heraufzubeschwören. An Beltane wurde der Frühling mit einem großen Feuer begrüßt und es gab verschiedene Fruchtbarkeitsrituale, um das Erwachen der Natur zu feiern. Als Zeichen des Neubeginns wurden die Herdfeuer zu Anfang des Festes gelöscht  und das Beltanefeuer entfacht. Die neuen Herdfeuer wurden dann am Beltanefeuer entzündet und seine Asche wurde auf den Feldern verstreut. Das Feuer spielte eine reinigende Rolle und sollte die Fruchtbarkeit anregen. So wurden auch die Viehherden zwischen zwei Beltanefeuern hindurchgetrieben, um Krankheiten zu bannen und Fruchtbarkeit zu erflehen und Paare sprangen als Zeichen ihrer Verbundenheit gemeinsam über das Feuer. Die Kelten glaubten, dass an Beltane die Schleier zwischen der Welt der Menschen und der Anderswelt, wo Feen und Geister zu Hause sind, dünn und durchlässig sind, dass dies eine Zeit ist, in der Kontakt zu diesen Geistwesen hergestellt werden kann, eine Zeit der Wahrsagung und Prophezeiungen also.

Angesichts der großen Bedeutung dieses Festes nimmt es nicht Wunder, dass die aufkommende christliche Religion dieses heidnische Fest nicht ganz ausrotten konnte. Der Maibaum erinnert vermutlich noch immer an den keltischen Lebensbaum, der Tanz in den Mai an den ekstatischen Tanz ums Beltanefeuer. Und  bis heute scheinen sich zu diesem Zeitpunkt die Tore zur Anderswelt zu öffnen, reiten der Sage nach die Hexen auf ihren Besen zum Blocksberg, um dort die Walpurgisnacht zu begehen, streifen Jugendliche durch die Orte, um wie von Geisterhand mit den Bewohnern allerhand Schabernack zu treiben oder um ihrer Liebsten mit einem geschmückten Bäumchen zu zeigen, dass sie bereit sind, mit ihr „durchs Feuer zu gehen“.

Fotos und Text: Al Smek
 

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