Krapfen und Bodypainting, Kultur, das bedeutet nicht allein Theater, Konzerte und Vernissagen – in diesem Punkt waren sich alle Studierenden einig bei ihrem Brainstorming zur Frage „Kultur, was ist das eigentlich?“. Begriffe wie „Weißwürste mit Breze“, „Bücher“, „Fußballspiele“, „Tanzen“, „Dirndl und Lederhose“ und „Handwerk“  tauchten auf, um nur einige zu nennen. Also offensichtlich „ein weites Feld“…

Kulturelle Bildung - ein ausbildungsübergreifendes Vorhaben im Deutschunterricht

Kultur, was ist das eigentlich?

Laut Duden wird der Begriff Kultur wie folgt definiert:
1. Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung
2. Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet während einer bestimmten Epoche geschaffenen, charakteristischen geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen

Es geht also offensichtlich um Gemeinschaft, wenn man von Kultur spricht. Und wenn es um Gemeinschaft geht, dann geht es automatisch auch um Kommunikation, um Austausch. Und genau das soll auf diesem Kulturblog passieren, er soll ein Ort werden für einen lebendigen Austausch über Kunst und Kultur und Kino und Musik und Fußball und all die vielen anderen Dinge, die uns umgeben, interessieren, irritieren, anspornen oder abstoßen.
Als Lehrer sind wir immer auch Vermittler von Kultur und so untersteht das Schulwesen konsequenterweise auch dem Bayerisches Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst. Wenn wir hier am Institut unsere Fächer genauer unter die Lupe nehmen, erkennen wir, dass sie in besonderem Maße mit kulturellen Inhalten, den geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen unserer Gemeinschaft verbunden sind: Werken, Technisches Zeichnen, Kunst, Sport und IT als wichtiges Medium zur modernen Kommunikation. Neben die traditionelle Aufgabe der Kulturvermittlung wird in Zukunft verstärkt auch der interkulturelle Austausch treten, der nur gelingen kann, wenn man mit seiner eigenen Kultur vertraut ist. Nur wer durch seine kulturellen Wurzeln gesellschaftlich verankert ist, kann einer multikulturell geprägten Gesellschaft offen begegnen. Ansonsten erwächst aus Multikulti oftmals Angst, Angst vor Kultur- und Identitätsverlust.
Wir haben im Rahmen dieses Kulturprojekts den Fasching als aktuellen  Anlass genommen zu recherchieren und unsere Kultur, unser Brauchtum genauer zu erforschen und neu zu beleben. Herausgekommen ist dabei Altbekanntes, einiges ganz  Neues und so  manch Erstaunliches.

Fasching – auf den Spuren alten Brauchtums

Während sich in der Kindheit noch alle gerne verkleideten und den Fasching begeistert feierten, scheiden sich heute bei den Studierenden an diesem Brauch oftmals die Geister. Auffällig sind hierbei die regionalen Unterschiede: Augsburg ist definitiv keine Faschingshochburg, hier wird das närrische Treiben eher als peinlich empfunden. Im Umland sieht es schon ganz anders aus: Viele Studierende bekommen glänzende Augen, wenn sie von der nahenden 5. Jahreszeit sprechen. In den ländlichen Gebieten halten vor allem Vereine das Brauchtum lebendig, werden aufwendige Wägen für Umzüge zusammen kreativ gestaltet und ausgelassene Feste gefeiert. Und auch im Allgäu steht´s noch recht gut um den Fasching, auch hier scheint das Brauchtum noch gepflegt zu werden, oftmals auch in seiner eher archaischen schwäbisch-alemannischen Ausprägung.

Nachdem Bräuche sowohl der Identitäts- als auch der Integrationsstiftung dienen, machten sich einige Studierende auf den Weg und schminkten im Flüchtlingscafè in Pfersee Kinder, die dieses Brauchtum zwar in ihrer Kultur nicht kennen, aber sichtlich Freude daran hatten. Und ausgerechnet hier „unter Fremden“ machten wir, allesamt in Bayern aufgewachsen, eine sensationelle kulinarische Entdeckung: selbstgebackene Faschingskrapfen. Und so erlebten wir in der Begegnung mit fremden Kulturen unsere eigene Kultur neu. Vielleicht liegt hierin eine große Chance, dass wir, indem wir andere in unser gesellschaftliches Leben zu integrieren versuchen, unserer eigenen Kultur neu begegnen, sie wieder wertschätzen lernen, indem wir unsere Aufmerksamkeit bewusst darauf richten?


P1060428
P1060436
P1060432


Und so brachten wir diese Entdeckung „heim ans Institut“ und erlebten am Rußigen Freitag das Faschingsbrauchtum, das vorher fleißig theoretisch recherchiert worden war, ganz konkret: Wir backten Krapfen und rheinische Mutzenmandeln in der Studierendenküche, ließen sie uns gemeinsam schmecken und die GK3 schlüpfte mit Hilfe von Bodypainting in neue Rollen.


1
2
3
4
5
6
7
8
9
10


Was ist eigentlich ein Brauch und warum ist Brauchtum so wichtig für unsere kulturelle Identität?

Ein Brauch (von althochdeutsch bruh „Nutzen“) ist eine innerhalb einer Gemeinschaft entstandene, regelmäßig wiederkehrende, soziale Handlung von Menschen in festen, stark ritualisierten Formen. Bräuche sind Ausdruck der Tradition. Sie dienen ihrer Erhaltung und Weitergabe sowie dem inneren Zusammenhalt der Gruppe. Bräuche dienen der Sinn-, Identitäts- und Integrationsstiftung. Sie vereinen und wirken gemeinschaftsbildend.
Fasching - für die einen ein wertgeschätztes Brauchtum, das fest in der heimischen Kultur verankert ist und ihrer Erhaltung und Weitergabe sowie dem inneren Zusammenhalt der Gruppe, also der Dorfgemeinschaft, des Vereins, der Schulklasse, des Freundeskreises dient. Für viele einfach ein unverzichtbarer Ausgleich für eine oftmals als langweilig, mühselig und frustrierend empfundene Realität. Für die anderen eine ziemlich peinliche Veranstaltung, ein unnötiges "Freilos für alle möglichen Auswüchse".
„Eigentlich wär´s ja ganz lustig sich zu verkleiden, aber auf den Faschingspartys wird nur gesoffen und dann werden Frauen angemacht. Ziemlich eklig.“  (Aussage in einer Umfrage zum Thema „Fasching“ am Institut)

Fasching psychologisch gesehen


Die Fasnacht, der Karneval oder wie man es auch regional bezeichnen mag, ist ursprünglich ein (kirchen-)politisches Instrument. Der Grundgedanke war ganz einfach, nämlich das zeitlich begrenzte Ventil. Wer sich einige Tage straflos austoben konnte, war hoffentlich für den Rest des Jahres ruhig gestellt. Kein Wunder, dass die Fasnacht nicht überall gelitten, erlaubt und schon gar nicht gefördert wurde (z. B. auch nicht nach Ende des II. Weltkrieges von den Siegermächten in ihren Besatzungszonen). Aber so richtig und konsequent unterdrücken ließ sich dieser Brauch eigentlich nie.
(…)
So bleibt eigentlich nur die Frage: Was steckt letztlich hinter der Fasnacht, und zwar psychologisch gesehen?
Der Mensch braucht die "tollen Tage", weil er dann Gelegenheit hat, sich einmal anders mit der Welt zu unterhalten. Denn das konkret Ausgesprochene ist die Grundlage seelischer Stabilität, fachlich Psychohygiene genannt, was schon der alte Hippokrates vor 2500 Jahren mit dem Satz umschrieb: Für was ich Worte habe, darüber bin ich schon hinweg.
Das Problem dabei ist die häufig falsche Dosierung, das Fest wird oft missbraucht. Es ist eben ein schmaler Grat zwischen der Lust am Flirt und der Grabscherei, der Lust an der Ausgelassenheit und Aggression und Gewalt. Wer mal wieder wie ein Kind sein will, muss nicht kindisch enden und wer sich einmal etwas Heiterkeit antrinkt, muss nicht im Suff ausrasten. Es liegt eben alles nahe beieinander und im Gedächtnis verbleibt dann meist das Negative. Deshalb - so Oelsner - ist Fasching dann gerettet, wenn Rituale und Brauchtum gepflegt, respektiert und notfalls auch konsequent durchgesetzt werden. Das ist mit vielen anderen Bereichen nicht anders, nur dort wird es eher akzeptiert. Für diejenigen, für die Fasnacht aber nur ungebändigte Triebhaftigkeit und Hemmungslosigkeit bedeutet, muss es eben noch einmal deutlich gesagt und im Fasnachts-Alltag freundlich, aber beharrlich durchgesetzt werden.
(…)
Fasnacht ist aber auch das Fest der "verkehrten Welt". Die Großen steigen ab, die Kleinen erklettern die höchsten Ränge - und alles wird akzeptiert. Das hat übrigens historische Wurzeln, die in früheren politischen Systemen allen Ernstes respektiert, ja gepflegt wurden. Und natürlich beginnt es bereits in der Kindheit; wann ist man schon mal eine Prinzessin oder ein knallharter Cowboy?
Und selbstredend ist Fasnacht auch die Zeit der Erotik, des Flirtens, der (theoretischen) Grenzüberschreitung - und damit des entsprechenden Kostüms. Auf die Frage, in welchen Kostümen der Flirt-Faktor besonders hoch sei, antwortet der "Karnevals-Psychologe und Fachmann für die saisonale Ekstase" (Journalisten-Terminologie): "Ja, es gibt Kostüme, die sagen: Ich bin bereit. Das ist bei Kätzchen der Fall, bei neckischen Indianerinnen, Meerjungfrauen oder Bauchtänzerinnen. Auch unter Nonnengewändern verstecken sich eher sündhafte Damen. Bei den Männerkostümen sind es vor allem Musketiere und Eishockeyspieler."
(…)
Karneval ist ein Fest im halluzinatorischen Raum, schließt der Psychologe W. Oelsner seine Überlegungen. Was halluzinieren die Narren? Sie wähnen sich im Paradies. Glücklicherweise ist diese Halluzination psychiatrisch völlig unbedenklich. Spätestens am Aschermittwoch kehrt die Alltags-Nüchternheit wieder zurück. Dafür gibt es einen Hoffnungsschimmer: die nächste Fasnacht.

Quellenangaben:
W. Oelsner:
FEST DER SEHNSÜCHTE
Warum Menschen Karneval brauchen?
Psychologie, Kultur und Unkultur des Narrenfestes
Marzellen-Verlag, Köln 2004
Rezension auf http://www.psychosoziale-gesundheit.net

Ursprung und Wurzeln des Karnevals

Nord- und Mitteleuropa
Kelten: Den Anlass stellt der ersehnte Wechsel vom kalten Winter in den fruchtbaren Frühling dar.

Brauchtum: Austreiben des Winters durch Verkleiden als gruselige Geister und Kobolde, wildes um sich Schlagen mit Holzstöcken, Krach machen mit Rasseln oder Ratschen

Im Mittelmeerraum:
Ägypten: ausgelassene Feste zu Ehren der Göttin Isis
Griechenland: Feiern für den Gott Dionysos
Rom: Feste zu Ehren des Gottes Saturn
Öffentliches Gelage, zu denen jeder eingeladen war, Hinrichtungen wurden verschoben, Sklaven und Herren tauschten Rollen, feierten, tranken und aßen, konnten jedes freie Wort wagen und überschütteten sich mit kleinen Rosen - dem heutigen Konfetti.

Im Mittelalter feierte man in Europa sogenannte Narrenfeste.  Die Menschen verkleideten sich mit Teufelsmasken und Tiermasken, die für bestimmte Sünden standen, die vertrieben werden sollten. Auch hier fand ein Rollentausch zwischen den unterschiedlichen Ständen statt. Die Kirche duldete das „teuflische Treiben“, um aufzuzeigen, dass der Mensch vergänglich ist und am Ende Gott siegreich bleibt. Daher musste das bunte Vergnügen auch am Aschermittwoch enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen.

Quellenangaben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Karneval,_Fastnacht_und_Fasching#Brauchtum
http://www.helles-koepfchen.de

Was ist der Unterschied zwischen Karneval, Fasching und Fastnacht?

Die verschiedenen Worte gehen auf regionale, mundartspezifische Unterschiede zurück. Fasching, Fastnacht oder Karneval sind die Namen für das fröhlich  bunte Fest, das jedes Jahr im Frühjahr sieben Wochen vor Ostern mehrere Tage lang gefeiert wird. In Köln und Umgebung heißt es Karneval, im Süden Deutschlands spricht man von der Fastnacht und andernorts heißt es Fasching.
Das Wort Karneval bezieht man in Deutschland in erster Linie auf den rheinischen Karneval. Die Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig geklärt:
* mittellat.: carnelevale (-levare) die mit der Fastenzeit bevorstehende „Fleischwegnahme“;
* lat.: carne vale der Abschiedsruf „Fleisch lebe wohl“.
* Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff auch auf das römische, vorchristliche lat. carrus navalis Schiffskarren, ein Schiff auf Rädern, das bei jährlichen Umzügen zum Wiederbeginn der Schifffahrt durch die Straßen geführt wurde, zurückgeführt. Hieraus soll sich die Tradition des Narrenschiffs gebildet haben. Jedoch ergaben Forschungen, dass das Wort carrus navalis im klassischen Latein nicht existierte.
In Teilen Süddeutschlands wird neben den Begriffen Fasching oder Karneval auch das Wort Fastnacht verwendet. Seine sprachgeschichtliche Herkunft kommt von dem Wort Fasten und nimmt damit Bezug auf die bevorstehende Fastenzeit. Seit dem 11. Jahrhundert wurde mit Fastnacht der Vorabend vor Fastenbeginn beziehungsweise die letzten Tage vor der Fastenzeit benannt, in denen ausgelassen nach örtlichen Traditionen  gefeiert wird.

In Teilen Bayerns und Österreich war der Begriff Fasching ursprünglich gebräuchlich. Es geht auf das mittelniederdeutsche Word „Vaschang“ zurück, was wörtlich den letzten alkoholischen Ausschank vor der Fastenzeit meint. Der Fasching ist die undogmatische Variante der Fastnacht – ohne prunkvolle Karnevalisten-Kappe und ohne geschnitzte Hexenlarven. Cowboys, Piraten und Prinzessinnen wollen einfach nur Spaß haben.

Teils widersprüchlich scheint jedoch zu sein, dass die Bezeichnung Fastnacht zwar einerseits einem christlichen Traditionszusammenhang entnommen ist, es aber andererseits bei dem bunten Treiben an den Fastnachtstagen nicht selten eher unchristlich zugeht.

Insgesamt bezeichnen die verschiedenstämmigen Wörter wohl alle einen ähnlichen Sinn: Den leiblichen Genuss vor der Fastenzeit wohl noch einmal in vollen Zügen zu genießen und sich danach erst einmal davon loszusagen.
Insgesamt wird der Karneval vielfach auch scherzhaft als Fünfte Jahreszeit bezeichnet.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Karneval,_Fastnacht_und_Fasching
http://de.hostelbookers.com/blog/reiseziele/fasching-karneval-fastnacht/
http://www.kidsweb.de/schule/kidsweb_spezial/fasching_spezial/was_ist_fasching.htmhttp://www.wissen.de/wortherkunft/karneval
http://www.duden.de/rechtschreibung/Karnevalhttp://wikis.zum.de/zum/Karneval
https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=begriff+fastnacht,02.02.16; 11:09 Uhr
http://www.karnevalswierts.com/karneval, 02.02.16; 11:13 Uhr
http://www.brauchtum.karneval-info.de/1-0-fastnacht-fasching-namen/index.html, 02.02.16; 11:17 Uhr


Schwäbisch-alemannischer Fasching und Rheinischer Karneval

Schwäbisch-alemannischer Fasching

Der Schwäbisch-alemannische Fasching beginnt am 6. Januar. Mit dem vierzigsten Tag nach Weihnachten, Lichtmess am 2. Februar, nimmt die Zahl der Fastnachtsveranstaltungen in allen Orten nochmals merklich zu. Fast überall ist ab diesem Tag das Maschgern oder Aufsagen üblich. Dabei werden bemerkenswerte Ereignisse des vergangenen Jahres von den Narren aufgegriffen und den Bürgern in unterhaltsamer Form dargeboten.

Schmotziger Donnerstag
Hier beginnt in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht die eigentliche Fastnachtszeit In vielen Fastnachtshochburgen werden Umzüge veranstaltet und Straßenfastnachten gefeiert, der Rathausschlüssel wird symbolisch vom Bürgermeister bis zum Fastnachtsdienstag an die Narren übergeben.

Fastnachtsdienstag
Der Fastnachtsdienstag ist der Tag vor dem Beginn der Fastenzeit, welche am Aschermittwoch beginnt. Das Datum des Aschermittwochs liegt 46 Tage vor dem Ostersonntag, der am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr gefeiert wird.

Kostümierung:
Bei der schwäbisch-alemannischen Fastnacht geht es urtümlicher zu als am Rhein. Die Narren tragen hier grausige Masken, die an Dämonen erinnern sollen.


Die Kostüme heißen Häs, bestehen meistens aus einer holzgeschnitzten Maske und einem handgearbeiteten Narrenkleid und werden oft über Generationen hinweg vererbt. Zur Ausstattung der Narren gehören häufig noch weitere Attribute, die eine symbolische Bedeutung haben oder auch nur dazu dienen, Schabernack zu treiben. Beispiele sind die Rätsche, der Hexenbesen, die Saubloder (Schweinsblase), der Fuchsschwanz oder die Streckschere, die mehrere Meter weit ausgefahren werden kann.
Obwohl die Kostümierungen oft ziemlich gruselig wirken, hat der Begriff „Häs“ nichts mit dem Wort „hässlich“ zu tun. „Häs“ wird im schwäbischen Dialekt auch außerhalb der Fastnacht für Gewand bzw. Anzug verwendet, man spricht vom „Sonndigs-Häs“ und vom „Schaff-Häs“ und meint sonntägliche Kleidung bzw. Arbeitskleidung. Etymologisch geht es auf das mittelhochdeutsche Wort haeze (Kleidung) und das althochdeutsche hâz (Kleid, Gewand) zurück.

Rheinischer Karneval

Hochburgen: Köln, Düsseldorf, Mainz
Beginn:  11.11. um 11:11 Uhr

„Bützchen“ und „Alaaf“
Häufig hört man den Ausdruck „bützen“ oder „gebützt werden“. Diese kleinen, mit geschürzten Lippen verteilten Küsschen („Bützchen“)  sind Teil der kölschen Karnevalstradition und als Ausdruck der Freude auch gegenüber Fremden und Honoratioren wie Polizisten und Bürgermeistern erlaubt. Der typische traditionelle Narrenruf ist „Kölle Alaaf“, ursprünglich ein Trinkspruch.

Quellennachweis:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bisch-alemannische_Fastnacht
http://www.fasching-allgaeu.de/

Bildnachweis
https://de.wikipedia.org

Typische Faschingsspeisen

Vor der Fastenzeit wollen die Narren noch einmal ausgiebig Süßes schlemmen und sich am Alkohol berauschen.
* Eine jahrhundertealte Sitte ist die Zubereitung von Krapfen am Karneval. Klöster und Stadtverwaltungen verteilten die Krapfen, an denen sich die Menschen vor der Fastenzeit so richtig satt essen konnten. Dieser Brauch führt bis ins Mittelalter zurück: Am „fetten“ oder „schmutzigen“ Donnerstag wurde das letzte Mal vor Beginn der Fastenzeit geschlachtet. Damit das gewonnene Fett nicht verdarb, kochten die Menschen besonders fetthaltige Mahlzeiten oder nutzten das Fett für die Zubereitung von Gebäck.

Krapfen sind, zum Teil unter anderen Bezeichnungen, in ganz Deutschland verbreitet:
 

berlinerkarte


* Nonnenfürzle (aus Brandteig): Eine junge Nonne gab den etwas zu feuchten Teig ins heiße Fett, was auffällige Zischgeräusche hervorrief. Da der Bischof anwesend war,  verließ sie fluchtartig die Küche, da ihr die Geräusche peinlich waren.

* Hasenöhrl: Der Name stammt aus der Schweiz, dort gilt der Hase auch heute noch als Fruchtbarkeitssymbol. Die „Madeln“ schenkten ihren „Burschen“ damals zu Fasching immer ein Hasengebäck, daher der Name.

* Mutzen sind ein rheinisches Gebäck, welches traditionell zu Karneval und Silvester hergestellt wird. Sie  werden aus einem Teig aus Mehl, Eiern, Zucker und Aromen hergestellt. Der zähe Teig wird dünn ausgerollt in Rauten geschnitten und im heißen Öl goldgelb ausgebacken.



Deftige Speisen
Nicht nur Süßes, auch Deftiges gehört zur Karnevalsküche. Da in der Fastenzeit kein Fleisch und keine Eier gegessen werden dürfen, wird beim Karneval noch einmal so richtig geschlemmt. Eine traditionelle Speise sind die Fastnachtshühner. Eier galten lange als flüssiges Fleisch und waren in der Fastenzeit verboten. Deswegen schlachteten die Bauern traditionell zum Karneval viele ihrer Hühner, um die Eierzahl zu senken: So ist ein Huhn im Topf ein alter Brauch im Karneval.
In Köln bieten die Gastronomen an Karneval besonders oft regionale Gerichte an wie "Himmel un Äd" (Himmel und Erde), ein Gericht aus Stampfkartoffeln und Apfelmus. Häufig wird es zusammen mit gebratener Blutwurst, gerösteten Zwiebeln und auch Speck oder gebratener Leberwurst serviert. Weitere traditionelle Zutaten an den "tollen Tagen" sind halver Hahn" (Käsebrot), Heringe, Kutteln und Schnecken.

Quellennachweis:
http://www.essen-und-trinken.de/karneval
http://articles.kitchenstories.io/article/karneval-aller-welthttps://de.wikipedia.org/wiki/Mutze

Bildnachweis:
goccus.com
frisch-kochen.de
wikipedia.org

Wir verwenden Cookies!

Wir benutzen Session-Cookies. Wenn Sie auf "Ich akzeptiere" klicken, wird ein Cookie gesetzt, um diesen Hinweis nicht wieder anzuzeigen. mehr erfahren ...

Ich akzeptiere!