Die Oper greift nach dem ersten Akt hauptsächlich auf drei Erzählungen E. T. A. Hoffmanns zurück: Der Sandmann, Rat Krespel und Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild.

 

Freitag, 5.2.2016, 19.30 Uhr im Großen Haus
19.00 Uhr Einführung im Foyer III

Hoffmanns Erzählungen

Die Oper greift nach dem ersten Akt hauptsächlich auf drei Erzählungen E. T. A. Hoffmanns zurück: Der Sandmann, Rat Krespel und Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild.

Erster Akt
Die Weinstube von Lutter & Wegner.
In Lutters Keller schildert Hoffmann seine mysteriösen Liebesabenteuer mit der Puppe Olympia, der Sängerin Antonia und der Kurtisane Giulietta, die alle scheiterten. Obwohl es drei unterschiedliche Geschichten sind, bleibt die Figurenkonstellation jeweils erhalten: Hoffmann, seine jeweilige Geliebte und der Teufel. Als allegorische Figur begleitet ihn die Muse der Poesie, die Hoffmann in der Verkleidung des Studenten Niklas treu zur Seite steht.                                                           
Quelle: www.theater-augsburg.de

Zweiter Akt (Olympia)
Die im zweiten Akt vorgestellte Geschichte um seine große Liebe Olympia beruht auf Hoffmanns Erzählung Der Sandmann.

Dritter Akt (Antonia)
Die Geschichte um die Liebe zu Antonia beruht auf E. T. A. Hoffmanns Novelle Rat Krespel.

Vierter Akt (Giulietta)
Die Schilderung der Begegnung mit der Kurtisane Giulietta beruht auf E. T. A. Hoffmanns Die Geschichte vom verlorenen Spiegelbild.

Fünfter Akt
Die Kneipe von Lutter & Wegner, wie sie am Ende des 1. Aktes war.

 

 

TalealaHoffmannbyPaulKlee1921
theater-augsburg

Paul Klee: Hoffmanns Erzählungen, 1921, Aquarell
Theater Augsburg: Szene aus Hoffmanns Erzählungen

 

E.T. A. Hoffmann
(* 24. Januar 1776 in Königsberg; † 25. Juni 1822 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik.

Seine Erzählung Der Sandmann steht in der Tradition des Kunstmärchens der Schwarzen Romantik und wird häufig auch als Schauerroman bezeichnet. Ein Erzähler stellt die Lebensgeschichte des sensiblen Nathanael aus verschiedenen Perspektiven dar. Nathanael sieht sich feindlichen Mächten, die sich in der Gestalt des Sandmanns verdichten, ausgesetzt, während seine Verlobte Clara und ihr Bruder Lothar dies für eine Einbildung halten, von der er sich befreien muss.
Quelle: Auszug aus Königs Erläuterungen zu »Der Sandmann«.

Hoffmanns Erzählung »Der Sandmann« thematisiert, fundamentale Streitfragen der damaligen Epoche widerspiegelnd, den Konflikt zwischen Vernunft und Phantasie. Die aufgeklärte Rationalität Claras steht dem gefühlsbetonten, desorientierten Wesen Nathanaels gegenüber, der damit wichtige Motive der Romantik verkörpert. Der Leser selbst wird von E. T. A. Hoffmann dabei häufig über Realität und Traum im Unklaren gelassen. Das immer wiederkehrende Motiv der Augen fungiert als wichtiges Symbol für die Vermischung von Wirklichkeit und Wahn.
Quelle: Der Sandmann - E. T. A. Hoffmann - Inhaltsangabe

 

Jacques Offenbach
(20. Juni 1819 in Köln - 5. Oktober 1880 in Paris) war ein bedeutender deutscher Komponist.

In seinen humorvollen Operetten zeigt Jacques Offenbach seine Vorliebe für Zynismus, politisch-kulturelle Satire und Parodien großer Opernwerke. Als 1870 der deutsch-französische Krieg ausbricht, beginnt Offenbachs Ruhm zu verblassen. Das Pariser Publikum meidet ihn wegen seiner deutschen Herkunft. Er unternimmt jetzt Tourneen nach Italien und Österreich. 1873 übernimmt er noch einmal die Leitung eines Theaters, des Theatre de la Gaite, welches aber 1875 schließen muss. Im folgenden Jahr unternimmt er eine sehr erfolgreiche Reise nach Amerika, wo er anlässlich der Jahrhundertausstellung zwei seiner Operetten dirigiert und in New York und Philadelphia über 40 Konzerte gibt.                      
www.operetten-lexikon.info

Bildnachweis:
http://bilder.augsburger-allgemeine.de/img/incoming/crop36228187/6727215878-ctopTeaser/theater-augsburg.jpg
„Tale à la Hoffmann by Paul Klee 1921“ von Paul Klee   Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

 

 

Rezession

Anstrengend war´s. Einfach mal hingehen und genießen, das funktionierte bei „Hoffmanns Erzählungen“ überhaupt nicht. „Och ne, das ist ja eine Oper!“, seufzte meine Sitznachbarin, als die Vorstellung begann. „Und auch noch auf Französisch!“ Sprach es, schloss die Augen und verschlief die folgenden Stunden demonstrativ getreu dem Motto „zu viel Anstrengung am Freitagabend is a nix“. Andere schleppten sich immerhin tapfer bis zur Pause durch französische Arien, um dann diskret zu verschwinden. Und wieder andere kamen am Ende der Vorstellung mit leuchtenden Augen sichtlich bereichert aus dem Zuschauerraum. Und ich? Meine Gemütslage pendelte irgendwo zwischen diesen Extremen, ich brauchte noch den Nachhauseweg und einmal drüber schlafen, um festzustellen, dass da doch etwas in mir nachhallte. Bilder, Melodien, Gedanken.

Ja, anstrengend war´s: Vier Handlungsstränge, die man inhaltlich unmöglich fassen und miteinander verknüpfen konnte, ohne sich vorher genau informiert zu haben, ohne jemals etwas von dem Dichter E.T.A Hoffmann gehört zu haben, ohne seine Werke zu kennen. Die Oper bezieht sich gleich auf drei seiner Erzählungen und verbindet diese durch eine Rahmenhandlung, in der ein Künstler und seine Muse die Hauptrolle spielen. Letztlich geht es um das alte Thema, dass Kunst oftmals aus Not und Einsamkeit entsteht, dass die Liebe ihr größter Feind ist, weil sie zu viel Energie für sich beansprucht, die dann nicht mehr ins Werk fließen kann. Und so scheitert Hoffman zwar in all seinen Beziehungen, verfällt zusehends in seiner Einsamkeit dem Alkohol, kann aber am Ende ein künstlerisches Oeuvre präsentieren, das sich aus seinen tragischen Liebesgeschichten speist, und das die Muse triumphierend ausrufen lässt: „Er gehört mir!“ Denn nun weiß sie, dass ihm nun nur noch seine Kunst bleibt. Und ist das nicht das einzige Begehren, der ewige Auftrag einer Muse? In der Kunstgeschichte begegnen uns viele solcher „verzweifelter Hoffmanns“. Hätten Da Vinci oder Michelangelo ihre bis heute überwältigende Genialität auch als treu sorgende Familienväter entfalten können? Ist die enorme künstlerische Intensität eines Van Goghs oder Gauguins ohne deren menschliches Scheitern denkbar? Und kennt nicht jeder Künstler das Dilemma, dass die Muse ein „ganz oder gar nicht“ verlangt, dass sich mit dem Kunstschaffen oftmals nicht einmal der Beruf des Kunstlehrers vereinbaren zu lassen scheint? In diesem Sinne bot dieser Abend vielfältig Anlass zur Selbstreflexion und ist es nicht das, was Kunst und Kultur im besten Falle leisten können? Ja, anstrengend war´s, aber durchaus lohnend.

Gabriele Smekal

 

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