Kleine Musikinseln schwimmen im umtriebigen, nicht die Welt bedeutenden, aber die Welt umspannenden Kulturmeer Augsburg. Ich bin am Donnerstag auf einer
dieser Inseln gestrandet, ich war im Moritzpunkt und habe eine grandios unaufgeregt aufregende Band erlebt. Eine Band, die auf mehreren Ebenen dynamisch gewachsen ist und zwar während des Auftritts.


Mebel Hummig, Sängerin, die auch mal zur Mandoline oder Gitarre greift, hat den spontan ungezwungen wirkenden Abend mit zwei Freunden an Gitarre und Kontrabass eröffnet. Doch im Laufe des Abends sind dann immer mehr Freunde auf die kleine Bühne gestiegen und haben die Band mit Trompete, Banjo oder zweiter Stimme zu neuen Ufern geführt. Da war der Name Maybellene and Friends Programm, denn das Konzept, dass Mebel mit wechselnder Unterstützung durch ihre „Freunde“ Augsburgs Bühnen zum Beben bringt, war zweieinhalb Stunden spürbar.

Wir wurden mit jedem Song aufs Neue abgeholt und entführt, mal in eine Arbeiterkneipe, mal in einen irischen Pub. Von rauchig rotzigem Folk, über nachdenklichen Blues, bis zu beschwingten, das Leben feiernden Country Klängen war für jede musikliebende Seele etwas dabei. Ich habe den Abend genossen und bin in andere Welten eingetaucht, am Ende war ich satt von poetischen Texten, harmonischen Melodien und von inspirierenden Coverversionen. Ich war glücklich, glücklich, dass ich mich in die Wellen gestürzt habe und zu einer kleinen, wunderbaren Musikinsel wie dem Moritzpunkt geschwommen bin. Andernfalls hätte ich vielleicht nie Mebel und ihre Freunde kennengelernt.


Grünrote Kontraste

Verschlungen fallende, feuerrot brennende Haare
Sie treffen und spielen
Umgarnen fließendes Hügelgrün
Irische Weiden, irische Pubs
Geschmeidig weich befeuchtenden Whisky
Rauchig schmettert eine Stimme durch die Luft
Bricht die Welt
Schallt durch Türen, Fenster, Herzen, Seelen und Mauern tief
Alles verschwimmt
Arbeiterkneipe, Szenetreff und weite Welt

Der Poet

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